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Psychologie der Fotografie: Kopf oder Bauch? Über die Kunst, Menschen zu fotografieren - Buchvorstellungen

  1. dpunkt.verlag 3864902703
    • Paperback
    • Kindle / Ebook

    Overall Ratings

    Content
    Readability
    Graphics / Illustrations
    Would Recommend
    General Experience
    4.0 1

    Psychologie der Fotografie: Kopf oder Bauch? Über die Kunst, Menschen zu fotografieren

    Author:
    Sven Barnow
    Publisher:
    dpunkt.verlag
    ISBN:
    3864902703
    Buch kaufen Kindle Version kaufen
    Information des Verlags:

    In diesem Buch geht es um die Kunst, Menschen zu fotografieren: authentisch, unverstellt, ohne Pose. Dafür ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Fotograf und Modell nötig. Elementare psychologische Kenntnisse können hierbei hilfreich sein. Der Psychologe und Fotograf Sven Barnow zeigt die Bedeutung von Intellekt und Emotion, also »Kopf und Bauch« für den Prozess des Fotografierens, gibt den Leser/innen Methoden an die Hand, fotografische Situationen der People-Fotografie besser zu meistern, zeigt ihnen Wege, die eigene Kreativität zu entwickeln, oder »Schaffenskrisen« zu überwinden. Der Text wird mit vielen Beispielen, Tipps und Übungen unterlegt. Außerdem kommen »Meister der Fotografie« zu diesen Themen in Interviews zu Wort und zeigen auch ihre Arbeiten.

    Zielgruppe:
    Fotografen

    Autor / Autorin:
    Prof. Dr. Sven Barnow
    leitet den Lehrstuhl für Klinische Psychologie/Psychotherapie an der Universität Heidelberg. Er ist Psychotherapeut, Coach und Supervisor. Seit einigen Jahren verbindet Prof. Barnow seine Leidenschaft für die Fotografie mit der Psychologie. Als Fotograf geht es ihm vor allem darum, authentische Porträts zu erstellen. Außerdem möchte er Fotografinnen und Fotografen ermutigen, sich mehr Zeit für den fotografischen Prozess zu nehmen, die eigene Kreativität zu schulen und so einen eigenen achtsamen Stil zu entwickeln.

    Leseproben und Links
    1 Inhaltsverzeichnis (PDF)
    2 Was erwartet Sie in diesem Buch (PDF)
    3 Der fotografische Prozess als bewusstes Gestalten (PDF)
    4 Coachen des Models Die Kunst, Vertrauen aufzubauen (Kapitelauszug) (PDF)
    5 Koerpertechniken Welche Bedeutung hat die Koerperhaltung des Models (PDF)

    Die Daten
    Sven Barnow. Psychologie der Fotografie: Kopf oder Bauch? erschien im 19. November 2015 im dpunkt.verlag. 144 Seiten, broschiert, 16,7 x 1,2 x 24,4 cm. Auch erhältlich als E-Book. ISBN: 978-3-86490-270-3
    Preis: 22,90 Euro (D) / 23,60 Euro (A)| E-Book 17,99 Euro

Reviews

  1. AnjaC

    AnjaC NF-Club Teammitglied

    Buchvorstellungen:
    248

    Ein erfrischend anderes Buch über Portraitfotografie

    „Psychologie der Fotografie: Kopf oder Bauch?“. So lautet der Titel des Buches von Prof. Dr. Sven Barnow, das sich speziell dem Thema Portraitfotografie widmet.

    Da ich selbst hauptsächlich Menschen fotografiere, war ich sehr daran interessiert, was mir das Buch an Impulsen und Anregungen geben würde. Nachdem ich fast seit Beginn meines fotografischen Wirkens vor über 30 Jahren Menschen fotografiere und auch sehr viele Bücher und DVDs zu dem Thema Peoplefotografie gelesen und geschaut habe, war mein Interesse groß, wie der Autor – selbst Psychologe und passionierter Hobbyfotograf – sich dem Thema der Menschenfotografie nähern würde und welche besonderen Schwerpunkte er in seinem Buch behandeln wird. Um es vorab zu sagen: Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Zum Nachdenken über mich und meine Art, Menschen zu fotografieren. Und das halte ich für eine essentielle Eigenschaft eines guten Buches.

    Aber der Reihe nach. Um mir selbst bei meiner Rezension einen Rahmen zu geben, habe ich mich für folgende Struktur entschieden:

    a. Inhalt (Content)
    b. Lesbarkeit (Readability)
    c. Grafiken / Bilder (Graphics / Illustrations)
    d. Spreche ich eine Kaufempfehlung aus? (Would Recommend)
    e. Allgemeiner Eindruck (General Experience )

    a. Inhalt
    Das Softcover-Buch ist mit knapp 140 Seiten ein recht kurzes Werk. Das Format ist etwas größer als DIN A5 und somit eher ein Leichtgewicht, das sich auch gut mitnehmen lässt. Untergliedert in neun Kapitel findet der geneigte Leser Informationen zu den Bereichen
    1. Einführung
    2. Der fotografische Prozess als bewusstes Gestalten
    3. Coachen des Models
    4. Körpertechniken: Welche Bedeutung hat die Körperhaltung des Models?
    5. Kreativität
    6. Kopf-versus-Bauch
    7. Psychologie der Fotografie: Mindfulness
    8. Das Objektiv- und Kamera-Kaufen-Müssen-Syndrom (Gear Acquisition Syndrome, GAS) und wie man es überwinden kann
    9. Fototherapie und Fotografie als Selbsterfahrung/Erkundung

    Die einzelnen Kapitel umfassen dabei zwischen 6-35 Seiten und decken überwiegend die menschliche Interaktion zwischen Model und Fotograf sowie den nach innen gerichteten Blick auf sich selbst als Fotograf ab. Dieser zweite Aspekt kommt insbesondere zum Schluss des Buches stärker zum Tragen. Die für das weitere Verständnis und Akzeptanz des Buches wichtige Frage wird gleich zu Anfang erörtert: Was ist ein gutes Portrait? Authentizität und Intensität sind hierbei Aspekte, denen sich der Autor im weiteren Verlauf immer wieder widmet. Nicht das gestellte und aufwändig inszenierte Portrait ist Gegenstand des Buches, sondern das Bild, das aus einer vertrauensvollen und intensiven Interaktion zwischen Model und Fotograf entsteht und das hinter die oberflächliche Fassade blicken lässt.

    Dazu gibt der Autor im Laufe der Kapitel Tipps und Methoden an die Hand, die aus seiner Praxis als Psychologe und Psychotherapeut entstammen. Sven Barnow stellt recht früh in seinem Werk die These auf, dass begabte Menschen-Fotografen auch meist gute Psychologen seien. Menschen, die es intuitiv oder gelernt verstehen, Vertrauen aufzubauen, zuzuhören und zugewandt zu sein.

    Für diejenigen, denen diese vertrauensbildenden Verhaltensweisen nicht bewusst sind, beschreibt er ganz konkrete Methoden, einen Zugang zum Model herzustellen: Blickkontakt, Fragen stellen, Zuhören, Spiegeln, Losada-Rate (Verhältnis von Lob zu Kritik) und einiges mehr die dazu dienen, ein „ehrliches“ Portrait erstellen zu können, abseits von gewollten und gelernten Posen.

    Zwischen den Themenblöcken hat der Autor drei Interviews eingeflochten, in denen Fotografen ihre Sicht auf die Rolle der Psychologie in der Fotografie erläutern und wie sie auf ihre individuelle Art mit dem Thema umgehen.

    In der Mitte des Buches widmet sich eins der Hauptkapitel dem Thema Kreativität und da sieben Bestandteilen von Kreativität, namentlich Motivation, Achtsamkeit, Erfahrung/Wissen, Enthusiasmus, Selbstbewusstsein, Praxis und Perspektivwechsel. Auch hier werden ganz konkrete und praxisorientierte Anregungen gegeben, wie man Kreativität fördern und entwickeln kann. Üben, Praxiserfahrungen sammeln und auch einmal die Perspektive wechseln bzw. andere Wege gehen werden in diesem Kapitel erläutert. Für mich eine sehr anregende Sammlung an Tipps, wie ich meiner Kreativität auf die Sprünge helfen kann.

    Bevor der Autor zu einer Conclusio über die notwendigen Ingredienzien guter Portraitfotografie kommt, geht er noch auf das Spannungsfeld Kopf versus Bauch ein und erläutert, warum eine Dominanz sowohl der Bauch- als auch der Kopfseite in der Fotografie einschränkend wirkt. Dazu erläutert er anschließend noch einmal gesondert, wie wichtig Achtsamkeit (mindfulness) für das Sehen und Empfinden ist und kommt am Ende seines Buches zu dem Schluss, dass Vertrauen, Kreativität und Achtsamkeit die entscheidenden Parameter für gute Portraits sind.

    Aus meiner Sicht wird in dem Kapitel „Kopf versus Bauch“ auch ein erster Grundstein für das letzte Kapitel gelegt, das aus meiner Sicht etwas fremd im gesamten Buch wirkt. In diesem letzten Kapitel verschiebt sich der Fokus auf einmal von der Frage, wie ich bessere Portraits erstellen kann, auf ein Krankheitsbild (Gear Acquisition Syndrome) beim Fotografen. Mag sein, dass dieses Syndrom einige Fotografen davon abhält, sich mehr mit den Menschen vor der Kamera zu beschäftigen, aber auf mich wirkt das Kapitel wie ein unpassendes Anhängsel im inhaltlich sonst sehr gelungenen Buch. Zumal das Kapitel in meinen Augen nicht zum Untertitel des Buches „Über die Kunst, Menschen zu fotografieren“ passt.

    b. Lesbarkeit
    Die Lesbarkeit im Sinne von Verständlichkeit ist meiner Meinung nach gut. Allerdings merkt man dem Layout und den Bildbeispielen an, dass der Autor aus einem wissenschaftlichen Kontext heraus schreibt. Schriftgröße und Schriftart sind gut lesbar, die Bildbeispiele und die Texte zu den Bildern passten für mich nicht immer ganz zueinander. Die Sprache ist verständlich und klar, ohne mit Fachausdrücken überladen zu sein. So gelingt es auch psychologisch nicht vorgebildeten Lesern, den Ausführungen gut zu folgen.

    c. Grafiken / Bilder
    Hier setzt der zweite meiner Kritikpunkte (neben dem Inhalt des letzten Kapitels) an. Die Beispielbilder im Buch sind in den Fließtext eingebunden, so dass bei einigen nicht ganz klar ersichtlich wird, welcher Teil des Textes sich auf das Bild bezieht. Als Beispiel möchte ich das Bild auf Seite 93 nehmen, in dem der Autor eine Situation am Ende einer Fotosession beschreibt, in der eine vertrauensvolle, fast intime Atmosphäre herrschte, in welcher das Model mit fast fragilen Gesichtszügen einen offen Blick zeige. Das folgende Bild zeigt allerdings eine Frau, die mit gesenktem Kopf und scheinbar geschlossenen Augen auf den Boden schaut.

    Hier hätte ich mir als Leser gewünscht, dass ein Bild mit kurzen Bildunterschriften (gerne kursiv, andere Schriftgröße) versehen und damit ein klarer Bezug zwischen Text und Bild hergestellt wird.

    Leider wird dieses Stilmittel im Buch für Zitate genutzt, die zum Teil mitten im Text, zum Teil aber auch als Bildunterschrift verwendet werden. Meist ist mir nicht klar, von wem das Zitat stammt, da der Urheber nicht genannt ist.

    Satz und Layout finde ich in Summe verbesserungsfähig. Das Buch enthält ausschließlich Schwarzweißfotografien und wirkt im Layout sehr nüchtern, manchmal etwas lieblos. Natürlich ist es in erster Linie der Inhalt, der zählt, aber auch das Auge isst mit.

    d. Spreche ich eine Kaufempfehlung aus?
    Eine Kaufempfehlung spreche ich uneingeschränkt für alle Portraitfotografen aus. Die Verknüpfung von Psychologie und Fotografie ist in Summe sehr gut gelungen. Viele Tipps und Methoden helfen im bewussten Umgang mit dem Model, geben neue Anstöße, sich mit dem Thema Portrait zu beschäftigen und stellen häufig gesehene und gewünschte Posen und oberflächliche Abbildungen in Frage. Der Autor vertritt eine klare, für mich eher puristische Position. Wenig Ausrüstung, wenig Nachbearbeitung, Konzentration auf das Wesentliche. Nur wer bereit ist, diesen Weg zu versuchen, wird sehr viele hilfreiche Anregungen in dem Buch finden.

    e. Allgemeiner Eindruck
    Eine Rezension ist immer subjektiv gefärbt. Ich fotografiere seit vielen Jahren Menschen und überwiegend auf eine andere Art, als es der Autor tut. Gerade das hat das Buch für mich so interessant gemacht, da es mir viele Ansatzpunkte geliefert hat, meine Art der Fotografie zu hinterfragen. Trotz meiner beiden Kritikpunkte zu Gestaltung und Inhalt des achten Kapitels denke ich, dass dem Autor ein sehr gutes Buch über Portraitfotografie gelungen ist, das an vielen Stellen die Verknüpfung von Hobby und Beruf des Autors geschickt verbindet und dem Leser dadurch einen Mehrwert liefert. Ein erfrischend anderes Buch über Portraitfotografie.
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