Bilder entrauschen mit Affinity Photo

Pattebaer

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Wer kennt das nicht, bei hohen ISO-Werten fangen die Bilder an zu rauschen. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen und ohne Stativ muss man den ISO-Wert beim Fotografieren entsprechend hoch einstellen um auf Verschlußzeiten zu kommen, bei denen man ein Bild ohne Verwacklung bekommt.

Einerseits kann man natürlich auch in Affinity Photo unter dem Menüpunkt „Filter -> Rauschen -> Rauschen entfernen“ versuchen den Rauschanteil zu minimieren. Ist das Rauschen sehr stark und man erhöht die Regler entsprechend, so werden die Bilder leicht matschig und unansehlich.

Besonders schlimm wird es bei Kameras mit kleinerem Sensor, wie beispielsweise APSC oder MFT. Bei meiner MFT beginnt beispielsweise sichtbare Rauschen schon ab 1600 ISO. Besser man bleibt bei 800 ISO.

Nun gibt es unter Affinity Photo einen Trick, den man aber schon bei der Erstellung der Aufnahme berücksichtigen muss. Man stellt am besten die Kamera auf Serienbild um und erhöht die ISO. Nun schießt man bei gleicher...
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Pattebaer

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Hier noch ein kleiner Hinweis, was denn innerhalb Affinity Photo passiert.

Beim Stacken der Bilder berechnet Affinity zu jedem Pixel den Durchnittswert. Da das Rauschen aber ein indifferenter Zustand ist, also bei jedem der Bilder etwas anders ist, wird nun zu jedem Pixel ein Durchschnittswert ermittelt und dadurch das Rauschen minimiert.

Daran erkennt man aber auch gleich die Grenzen. Zum einen werden mehrere Bilder benötigt um überhaupt einen Durchschnitt bilden zu können. Je mehr Bilder verwendet werden, umso genauer kann Affinity den Durchschnitt bilden und um so besser wird das Bild entrauscht. Hat man nur ein einzelnes Bild und wendet darauf eine Entrauschung (beispielsweise den Filter in Affinity oder in Lightroom oder ON1 oder oder oder), so wird der Durchschnitt aus den umliegenden Pixeln bestimmt und daher wirken die Bilder dann etwas zermatscht. Die Grenze ist natürlich, dass man statische Motive benötigt. Bei bewegten Motiven funktioniert das natürlich nicht, denn wie soll das der Durchschnitt eines Pixels errechnet werden wenn sich die Pixel tatsächlich verändert haben. Auch wird man das Rauschen nie ganz entfernen können, aber die Resultate sind schon verblüffend.

Bei RAW's mit extrem hoher Auflösung bzw. Dateigrößen (z.B. D810 oder D850) dauert der Prozess auch entsprechend lang und ist sehr speicher- und rechenintensiv. Also nicht resignieren, wenn es entsprechend dauert.

Man kann auch mit der Maus im Ebenenbaum auf das kleine X mit Tilde klicken, dann kann man die Verrechnung der Pixel abändern. Unter Umständen ergeben sich dadurch auch bessere Resultate. Am besten eigenen sich allerdings Mittelung (X mit Tilde) oder Durchschnitt (µ). Die anderen Optionen sind eher nicht geeignet.

Rauschen-07.jpg


Klickt man mit gedrückter Alt-Taste oder Opt-Taste auf eine der Ebenen im Stack, so sieht man das Einzelbild. Klickt man dann wieder mit gedrückter alt-Taste oder Opt-Taste auf den Stapel, dann sieht man wieder das verrechnete Bild. So hat man schnell einen Eindruck, wie leistungsfähig die Verrechnung ist.

Da der Stapel letztendlich viel Speicherplatz belegt und auch die Weiterbearbeitung dadurch etwas zäh wird, empfiehlt es sich noch mit der rechten Maustaste auf den Stapel zu klicken und die Option "Rastern...." zu wählen. Dann werden die Einzelbilder zu einem einzigen Bild verrechnet und schon geht es wieder schneller.
 
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Pattebaer

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Und hier noch mal ein Bildausschnitt bei 400% aus der D850 bei ISO 12800. Links sieht man die Verrechnung aus 15 Einzelbildern, rechts den Ausschnitt aus einem Einzelbild.

Rauschen-08.jpg
 
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