Capture One Pro: Einsteiger- und Umsteigerfragen

ernst.w

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Nach einigen Fragen mache ich hier mal ein kleines Fass auf, das speziell für @Thomas.Landsiedel gedacht ist, wohl aber für andere Umsteigewillige interessant sein dürfte. Sollte eine tutorialähnliche Einführung werden, hängt aber auch von Thomas ab.

C1P-V20.jpg


Warten wir mal, bis sich Thomas hier meldet...

Edit:
Grundsaätzlich stehen für Capture One Pro jede Menge an Turorial bereit, viele azuf Englisch, einige in Deutsch. Eine der besten Quellen ist Dort findet Ihr wirklich erstklassige Erklärungen, die jeweils etwa eine Stunde lang und meist auf spezielle Themen bezogen sind.
 
Zuletzt bearbeitet:

Thomas.Landsiedel

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So, da bin ich.

Vielleicht schon mal eine Frage: Da die Perspektivkorrektur in C1P nicht ganz so einfach erscheint - habe heute schon mal in die C1P-Themen hier im Club hineingeschaut - könnte man auf die Idee kommen, die Perspektivkorrektur DXO Viewpoint zu nutzen. Geht das?

Gruß

Thomas
 
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ernst.w

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Lieber Thomas, es ginge (direkt aus C1P heraus über den Umweg TIFF).

Ich frage dich nur: Wozu? Die C1P Perspektivenkorrektur ist dermaßen einfach zu bedienen und dann auch noch so unglaublich leistungsfähig. Warum solltest du das tun? Wäre es nicht besser, Capture One erst zu erlernen, um dann ins Detail zu gehen?

Ich habe früher recht viele Workshops für Fotografie und auch für Bildentwicklung und -bearbeitung abgehalten. Meine Erfahrung aus vielen Jahren:
  • Von A bis Z funktioniert. Von den Basics zu den Feinheiten.
  • Von A nach Z, danach von M nach H funktioniert nicht. Weil sich der Lernende dann zunächst auf Details kapriziert, aber die Grundfunktionen noch nicht mal kennt, auf denen die weiterentwickelten Features aufbauen. Das menschliche Gehirn mit seiner Organisation und Ablagetechnik nimmt das übel und merkt sich bestenfalls die Hälfte, meist aber nur 10-20%.
 
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ernst.w

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Wie arbeitest du? Ich nehme an in etwa der Reihenfolge:
  1. Bilder in einer Dateistruktur organisieren. Das ist eine der wichtigsten Vorarbeiten. Was da schief geht, kann von einem Einsteiger nur mehr mit viel Aufwand repariert werden.
  2. Katalog oder Session erstellen.
  3. Bilder importieren (Katalog) oder zum passenden Ordner gehen (Session)
  4. Bilder kurz beurteilen und bewerten, eventuell erste Farbmarkierungen. Den Ausschußß entfernen.
  5. Erste Bearbeitungsschritte (Weißabgleich, Belichtung, Kontrast Lichter, Tiefen etc., eventuell auch Zuschneiden)
  6. Nächster Beurteilungsdurchgang, weil sich bereits die ersten bearbeiten Nieten zeigen.
  7. Feinheiten wie Entrauschen, Perspektivkorrektur, Geraderichten (Horizont) usw.
  8. Retouche von Bildfehlern
  9. Schärfen
  10. Ausgabe
Was habe ich vergessen?*) Was machst du anders?

Was ich nicht vergessen habe, aber noch ganz wichtig für jeden Umsteiger ist: Capture One arbeitet mit absoluten Pfaden! Lightroom arbeitet mir relativen Pfaden, was das nachträgliche Verschieben weit enfacher macht als bei Capture One Pro. Bei C1P MUSST du für solche Operationen unbedungt den Dateibrowser von C1P verwenden, wenn du dir nicht massiven Ärger einfangen willst. Später, mit deutlich mehr Erfahrung ist das ziemlich easy, an Anfang haben sich dabei schon viele "derstessen" bzw. manchmal auch Dateibestände unrettbar vergeigt.

*) Der Miniworkshop hier läuft ohne Vorbereitung und ohne Skript, deshalb auch mal die eine oder andere Kontrollfrage. Ich bin nicht mehr fehlerfrei. ;)
 
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Thomas.Landsiedel

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Lieber Thomas, es ginge (direkt aus C1P heraus über den Umweg TIFF).

Ich frage dich nur: Wozu? Die C1P Perspektivenkorrektur ist dermaßen einfach zu bedienen und dann auch noch so unglaublich leistungsfähig. Warum solltest du das tun? Wäre es nicht besser, Capture One erst zu erlernen, um dann ins Detail zu gehen?

Hallo Ernst,

das habe ich nur kurz getestet und dabei noch nicht wirklich Erfolg gehabt. Heute vormittag habe ich Deinen Thread zur Trapezkorrektur (https://www.nikon-club.de/forum/threads/capture-one-pro-trapezkorrektur.20547/) gelesen, da warst Du anscheinend noch nicht so glücklich damit.

Gruß

Thomas
 
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Thomas.Landsiedel

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Wie arbeitest du? Ich nehme an in etwa der Reihenfolge:
  1. Bilder in einer Dateistruktur organisieren. Das ist eine der wichtigsten Vorarbeiten. Was da schief geht, kann von einem Einsteiger nur mehr mit viel Aufwand repariert werden.
  2. Katalog oder Session erstellen.
  3. Bilder importieren (Katalog) oder zum passenden Ordner gehen (Session)
  4. Bilder kurz beurteilen und bewerten, eventuell erste Farbmarkierungen. Den Ausschußß entfernen.
  5. Erste Bearbeitungsschritte (Weißabgleich, Belichtung, Kontrast Lichter, Tiefen etc., eventuell auch Zuschneiden)
  6. Nächster Beurteilungsdurchgang, weil sich bereits die ersten bearbeiten Nieten zeigen.
  7. Feinheiten wie Entrauschen, Perspektivkorrektur, Geraderichten (Horizont) usw.
  8. Retouche von Bildfehlern
  9. Schärfen
  10. Ausgabe
Was habe ich vergessen?*) Was machst du anders?
...

Das ist auch mein Workflow, bislang mit LR 6.14. Zusätzlich nutze ich gerne die NIK-Collection. Import mittel Nikon-Transfer, Ordnerstruktur nach Jahren, dann für jeden Tag ein Unterverzeichnis. Z.B.: \2018\20180531.
Vorsortierung mit ViewNx, dann Import in LR. Der Rest entspricht Deinem Workflow. Auftragsarbeiten für die Presse oft mit "Automatik".

Gruß

Thomas
 
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ernst.w

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das habe ich nur kurz getestet und dabei noch nicht wirklich Erfolg gehabt.
Wie ich schon schrieb: Du kennst noch nicht mal die Grundfunktionen und deren Bedienung...

Rechtsklick auf das Bild im Browser -> Bearbeiten mit... -> Durchsuchen (ganz unten in der Liste) und das gewünschte Programm einstellen. Danach 8 oder 16 Bit und all die anderen Einstellungen wählen und Variante bearbeiten bestätigen.

Dabei ist aber zu beachten, dass alle Bearbeitungsschritte bis auf den Letzten (in deinem Fall die Perspektivkorrektur) bereits gemacht sind. Denn z.B. ein falscher Weißabgleich oder Bildrauschen und viele andere Dinge sind beim (jetzt entstehenden) TIFF aus nicht mehr so schön veränderbar wie beim RAW.
 
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PeterTaylor

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Ich klinke mich mal ein :)

Was mir aktuell am Schwersten fällt, ist die Synchronisation der Dateistruktur. In Lightroom kann ich die Bilder von der Karte in einen (neuen) Ordner auf der Festplatte kopieren und gehe dann mit Rechtsklick auf den übergeordneten Ordner und wähle "synchronisieren". Schwups ist der Ordner mit den Bildern da. Bei C1P muss ich erst den Ordner manuell über den Importdialog einbinden? Ist das richtig oder mache ich etwas falsch?

Danke und Grüße,
Peter
 
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ernst.w

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In Lightroom kann ich die Bilder von der Karte in einen (neuen) Ordner auf der Festplatte kopieren und gehe dann mit Rechtsklick auf den übergeordneten Ordner und wähle "synchronisieren".
Das habe ich wohl nicht ganz richtig verstanden. Bitte um Erklärung.

Bei C1P muss ich erst den Ordner manuell über den Importdialog einbinden?
Kann richtig sein. Hängt aber davon ab, ob ich den vorherigen Text richtig verstehe. Denn du kannst auch in C1P Orner synchronisieren. Dabei werden die Bilder in den Katalog eingebunden und sind sofort bearbeitbar.

Ich würde allerdings (bei beiden Produkten) die importierten/synchronisierten Daten nach dem Ankommen im Katalog in einer Benutzersammlung zu verfrachten. Sonst kriegst du bei ein paar tausend Bildern ganz schnell das Vollchaos.

Es ist in beiden Fällen jedenfalls ganz einfach - mit der bereits erwähnten Ausnahme, dass in Lightroom die Pfade relativ, in Capture One absolut sind.
 
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siggi65

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Bei C1P muss ich erst den Ordner manuell über den Importdialog einbinden? Ist das richtig oder mache ich etwas falsch?
Jein. Der Importdialog ist bei mir in aller Regel das Mittel der Wahl, wobei Du die Fotos entweder direkt von der Karte importieren kannst (wahlweise auch mit Umbenennen oder ähnlichen Spielereien), oder Du importierst Sie von Platte, wobei man sie dann normalerweise an ihrem Ort belässt.

Alternativ kann man aber auch im Bereich der Systemordner einen Ordner manuell hinzufügen, indem man auf das Plus-Zeichen neben dem Wort Ordner klickt:

1580758838863.png


Dann öffnet sich ein normaler Verzeichnisauswahldialog, in dem man einen Ordner auswählen kann. Sieht dann anschließend z.B. so aus:

1580758943757.png

Jetzt kann man z.B. den Ordner 2020 anklicken und "synchronisieren" wählen. Es erscheint folgender Dialog:
1580759031127.png

Die Bilder liegen im Unterordner 2020-01-07, die könnte man jetzt (mit oder ohne) Importdialog in den Katalog importieren. Der "Trick" besteht darin, dass man den Unterordner erst manuell hinzufügen muss. Nur den Ordner 2020 zu synchronisieren würde nicht funktionieren, wenn C1 nicht bereits den Ordner 2020-01-07 kennt.
Ich hoffe, das hilft Dir weiter.
 
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PeterTaylor

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Ja, das hilft. Jeder hat so seine eigenen Routinen. Meine ist u.a. das manuelle Kopieren der Dateien von der Karte via Kartenleser in einen vorher angelegten Ordner auf der Festplatte. Danach werden die Bilder erst zum Katalog hinzugefügt. So wie ich das jetzt verstehe, benötigt C1P einen Schritt mehr als Lightroom, um diese Aufgabe zu lösen.
 
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PeterTaylor

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Das habe ich wohl nicht ganz richtig verstanden. Bitte um Erklärung..

Lightroom findet selbstständig neue Unterordner, wenn man auf den übergeordneten Ordner einen Rechtsklick macht und dann „synchronisieren“ aus dem Kontextmenü wählt. Dann wird der neue Ordner mitsamt den Bildern importiert.

Meine Ordnerstruktur ist wie folgt organisiert:
Bilder —> Personen —> Jahr —> Name des Ordners —> Unterordner „raw“, „bearbeitet“, „abgelehnt“.

Wenn ich Kunigunde im Jahr 2020 fotografiere, kopiere ich die RAW-Dateien in „Bilder —> Personen —> 2020 —> Kunigunde —> raw“. Ein Bild wird in den „abgelehnt“ Ordner kopiert.

Mit Rechtsklick auf „2020“ importiert LR alle neuen Unterordner, die Bilder enthalten, in meinem Beispiel also „Kunigunde“ mit den Unterordnern „raw“ und „abgelehnt“.
Die erste Auswahl geschieht dann mittels Feststelltaste, Pfeil-rechts und X-Taste. Wenn ich einmal durch bin, wird nach „abgelehnt“ (mit X-Taste markiert) gefiltert und diese Bilder via Lightroom dann in den „abgelehnt“ Ordner verschoben.

So bin ich im „raw“-Ordner extrem schnell und effizient bei der Auswahl der vernünftigen Bilder. Danach werden mittels Sterne die Favoriten selektiert. Gerade hier bin ich mit C1P noch nicht warm geworden. Das Einbinden und Auswählen ist gefühlt viel komplizierter.
 
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ernst.w

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So wie ich das jetzt verstehe, benötigt C1P einen Schritt mehr als Lightroom, um diese Aufgabe zu lösen.
Nein, wenn du den Ordner innerhalb einer bereits bekannten Struktur anlegst UND Unterordner einbeziehen anwählst, sollte das schon reichen. Müsste ich morgen mal versuchen. Mein Workflow ist normalerweise ein anderer.
 
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siggi65

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Nein, wenn du den Ordner innerhalb einer bereits bekannten Struktur anlegst UND Unterordner einbeziehen anwählst, sollte das schon reichen.
Nein, tut es nicht, siehe dazu auch meinen Beitrag oben. Du musst den Unterordner erst mit dem +-Zeichen manuell "einbinden", dann kann man synchronisieren. Unbekannte Unterordner werden nicht automatisch gefunden. Der Schalter in meinem Screenshot oben heißt nicht umsonst "Bekannte Unterordner werden einbezogen".
 
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ernst.w

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Ja, du hast völlig rechjt, ich habe mir das eben angesehen. Also doch ein Mausklick mehr...

Dass das Sinn macht, habe ich auch eben gesehen: Bei meiner Ablage sieht das so z.B. aus:

1580805478862.png


Würden nun alle Ordner sychronisiert, würden bei einer Synchronisation neben den RAW-Ordnern auch alle anderen Ordner, die Bilder enthalten können (web, work, LR6 mit allen Vorschauen) mit importiert. Gar nicht gut.
 
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ernst.w

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Das Einbinden und Auswählen ist gefühlt viel komplizierter.
Ich habe dir ein Video rausgesucht, das speziell das Auswählen und Bewerten betrifft:


Ab etwa Minute 38 findest du die neuen Möglichkeiten, die dir ziemlich sicher weiterhelfen.

Grundsätzlich muss aber schon gesagt werden: Ich habe nach etwa zwei harten Wochen die Basics von C1P halbwegs in den Griff bekommen. Es ist aber heute, nach Jahren der intensiven Arbeit mit diesem Tool, noch immer so, dass ich bei den Webinars, an denen ich regelmäßig teilnehme, immer weitere für mich neue Features oder Workflow-Details kennenlerne, die mir weiterhelfen, noch schneller, noch effizienter zu arbeiten.
 
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Thomas.Landsiedel

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Mal eine andere Frage: Die Z-Objektive werden doch kameraintern korrigiert. Dies läßt sich auch nicht abschalten, auch bei Raws im nef-Format nicht. LR und Capture-NXD können diese Korrektur auch lesen, andere RAW-Entwickler wohl nicht. Wie sieht das bei C1P aus?

Gruß

Thomas
 
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ernst.w

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C1P liest diese Korrekturen. Dann steht bei den Objektivdaten „Manufacturer“ anstelle der Objektivangabe.
 
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Thomas.Landsiedel

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Lieber Ernst,

ich stehe gerade mal wieder auf dem Schlauch;).

Wie kann ich das Zuschneide-Werkzeug so einstellen, daß der Rahmen auch während des Zuschneidens, sprich beim "Ziehen" sichtbar ist. Im Augenblick scheint es mir, daß ich mich dem gewünschten Ausschnitt iterativ annähern muß.

Gruß

Thomas
 
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