Frage zur Belichtungsmessung

Wolfi_7000

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Hallo zusammen,
gestern habe ich mal wieder festgestellt, daß ich nix kappiert habe, da sich meine D90 gegenteilig zu meinem Verständnis verhält :confused:.
Es geht um den Unterschied bei der Belichtungsmessung zwischen Matrix und mittenbetont (nicht Spot).
Ausgangssituation: ich knipse in A (nicht das grüne A sondern Zeitautomatik), Blende 9, Isoautomatik an (max 1/80 s).
Das Motiv ist relativ dunkel im Vergleich zur Umgebung. Also wählte ich die mittenbetonte Messung um die Belichtung möglichst auf das Motiv zu messen, auch wenn dann die Umgebung überbelichtet wird. Kontrolle am Monitor war ernüchternd: Motiv zu dunkel, Umgebung paßt. Ich stellte die Belichtungsmessung auf Matrix und nahm das gleiche Bild nochmals auf. Das Ergebnis verblüffte mich: Motiv paßt, Umgebung überbelichtet. Ich hätte es genau anders herum erwartet.

Hie die beiden Bilder JPG OOC, nur verkleinert:

Beispiel 1:

mittenbetonte Messung, Blende 9, ISO 200, Kamera belichtet mit...
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waldgott

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Ich hätte das irgendwie auch so erwartet, wie Du ...

Mit der D850 habe ich eben den gleichen Versuch auch mal gemacht, zu sehen welcher Unterschied hier ist. Beides sind RAW Fotos ohne Bearbeitung als jpg exportiert. Die Aufnahme ist mit starkem Gegenlicht.

Matrixmessung

VG_850_7239_on1_landscape.jpg


Mittenbetone Messung

VG_850_7240_on1_landscape.jpg


Der Unterschied geht in die gleiche Richtung wir bei Dir, ist aber nicht so extrem. Aus beiden Fotos kann ich leicht besser aussehende und "richtig" belichtet Bilder entwicklen wie hier:

VG_850_7239_on1_landscape_1.jpg


Meine Erfahrung mit Nikon Kameras seit der D80, der D300s, der D800 und der D850: Die Fehlbelichtungen haben mit den neueren Kamera ständig abgenommen. Es kann sein, dass der Effekt, den Du siehst eben bei Deiner D90 noch wesentlich stärker ist. Auch bei Nikon hat man, was Belichtungsmessung betrifft, offensichtlich dazu gelernt.

Dazu kommt noch, dass - zumindest bei der D850 - die mittenbetonte Messung bei geeigneten Objektiven noch justierbar ist im Durchmesser. Schau mal in die Bedienungsanleitung der D90, ob das dort auch schon so ist. Und schau dann nach, wie bei Dir der Durchmesser eingestellt ist und probier mal die Wirkung des Durchmessers auf die Belichtung.

Ich fotografiere immer mit Matrixmessung und meist mit einer Belichtungskorrektur von -0.3 oder -0.7 je nach Situation.

Sind Deine Fotos RAW Bilder unbearbeitet exportiert? Oder jpg Dateien wie aus der Kamera? Bei letzterem kann es sein, dass die interne Umwandlung zu jpg auch noch mal kräftig mit Veränderungen zuschlägt.

Und um Deine Frage zu beantworten: Ganz verstehen kann ich den von Dir beobachteten Effekt auch nicht ...

Vielleicht sind ja andere schlauer?
 
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waldgott

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Nochwas: Seit der D90 sind auch die Sensoren der Kameras wesentlich besser geworden in Bezug auf Dynamikumfang, also was sie an originalem Bildkontrast verarbeiten können. Auch das hat sicher einen Effekt bei Deinem Versuch im Vergleich zu meiner D850. Und wenn Du jpg aus der Kamera nutzt, vergibst Du viele Möglichkeiten der nachträglichen Bearbeitung gerade solcher "Fehlbelichtungen", wie Du sie zeigst.
 
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Wolfi_7000

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Hallo Volker,
besten Dank für Deine Meinung. Es beruhigt mich, daß Du das gleiche Verhalten erwartet hättest wie ich :)
Die Größe für den Bereich der mittenbetonten Messung kann man auf 6, 8 oder 10 mm Durchmeser einstellen. Ich habe den Wert auf 8 mm stehen. Die Größe des Bereiches erklärt aber nicht die Tatsache, daß die Kamera kürzer belichtet, wenn die dunklen Stellen im Bild (Bildmitte) höher gewichtet werden sollen. Das ist für mich ein Widerspruch, den ich nicht verstehe.
Die Bilder oben sind jpg ooc, nur mit Irfanview verkleinert. Die RAWs (mit DxO geöffnet) sind einen kleinen Tick dunkler als die JPGs und aus beiden Versionen kann man was Brauchbares rausholen. Hier das erste Bild (RAW) mit DxO angepaßt

full



Gruß,
Werner
 
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Beuteltier

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Hallo Werner,

das Missverständnis liegt darin begründet,
dass die Mitten-betonte Messung keine Spotmessung ist.
Nur bei der Spotmessung wird der nur Spot zur Belichtungsmessung heran gezogen,
bei der Mitten-betonten wird über das ganze Bildfeld gemessen und nur die Mitte stärker gewichtet,
während bei der Matirxmessung auf die Datenbank vergleichbarer Motive zurückgegriffen wird, was dem Augeneindruck des Fotografen entspricht.
 
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waldgott

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Werner,
Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass man sich nicht auf die jpg Konvertierung in der Kamera verlassen sollte und es besser selbst in die Hand nimmt mit seinem bevorzugten RAW-Konverter. Ich bin mal gespannt, ob jemand den beobachteten Effekt erklären kann.
 
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waldgott

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bei der Mitten-betonten wird über das ganze Bildfeld gemessen und nur die Mitte stärker gewichtet,
Wenn das so ist, dann müsste die Belichtungsautomatik doch merken, dass die Mitte dunkler ist und entsprechend länger belichten. Oder?
Es ist aber doch umgekehrt. Oder ist die Matrix-Messung einfach nur intelligenter?
 
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Wolfi_7000

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das Missverständnis liegt darin begründet,
dass die Mitten-betonte Messung keine Spotmessung ist.
...
bei der Mitten-betonten wird über das ganze Bildfeld gemessen und nur die Mitte stärker gewichtet,
Hallo Michael,
das ist mir schon klar, aber das was Volker geschrieben hat:
Wenn das so ist, dann müsste die Belichtungsautomatik doch merken, dass die Mitte dunkler ist und entsprechend länger belichten. Oder?
ist perfekt ausgedrückt, was ich erwartet hätte. Die Kamera hat aber nicht länger, sondern kürzer belichtet.

Gruß,
Werner
 
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waldgott

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Alle Informationen im WWW und in den Bedienungsanleitungen bestätigen, was @Beuteltier schreibt. Nur macht das System in Wirklichkeit etwas anderes als ich erwarten würde. Da ich bisher nur im Matrix Modus gearbeitet habe und damit gut zurecht komme, ist das für mich auch kein Problem. Aber warum nur kommen diese Messergebnisse (siehe ganz oben) zustande, wenn die dunklere Mitte stärker betont wird? Merkwürdig.
 
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Beuteltier

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Die Mitten-betonte Messung bewertet das ganze Bildfeld, in dem die zwei Ecken oben sehr hell sind, was den gesamten Messwert auf "ziemlich hell" bringt, obwol die stärker gewichtete Bildmitte ja recht dunkel ist.
Würde die stärker gewichtete Bildmitte so hell sein wie die zwei Ecken oben, würde der Messwert "äußerst hell" sein.
Die Matrixmessung ist die einzige mit "Intelligenz" - sie unterteilt das Bildfeld in mehrere (früher nur 5, später viel mehr Felder), misst jedes einzelne Feld und bewertet anhand der Verteilung der Helligkeitswerte im Abgleich mit einer Datenbank das vermeintliche Motiv.
 
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waldgott

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Also eigentlich braucht man dann diese mittenbetonte Messmethode nicht wirklich?
 
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Wolfi_7000

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Danke Michael, das bringt etwas Licht ins Dunkle ;). Da werde ich wohl umdenken und in Zukunft in solchen Situationen Matrixmessung in Verbindung mit Belichtungskorrektur verwenden.

Gruß,
Werner
 
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Beuteltier

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Ich habe bei einer Städtetour nach Donauwörth am 03.10.2019 etwa 50 Fotos mit Mitten-betonter Messung gemacht, da mir die Matrixmessung zu hell belichtete (es war leicht neblig und diesig), und musste dabei bei jedem Motiv in beiden Richtungen an der Belichtungskorrektur drehen.
Nachdem der Nebel weg war und die Sonne heraus kam, habe ich wieder auf Matrixmessung geschaltet und musste dann nur jedes dritte Motiv korrigieren.
 
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Pattebaer

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Soweit ich mal gelesen habe wertet die Matrixmessung nicht nur die verschiedenen Sektoren im Bild aus. Sie berücksichtigt auch die Schärfeebene im Bild. Will sagen, die Bereiche die in der Schärfeebene liegen werden stärker gewichtet Und damit korrekter belichtet.
 
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Beuteltier

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Das habe ich auch gelesen, Roland.
Bei Fotos, auf denen alles scharf ist, wie bei Werners Panzer und Volkers Straßenblick, wirkt sich das aber wohl kaum aus,
eventuell wird bei Objektiven mit Übermittlung der Fokusentfernung aber diese mit einbezogen.
 
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Pattebaer

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Das wollte ich als Hinweis verstanden haben.
die meisten Objektive sind ja wohl AFS und übermitteln den Fokus.
 
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